| Y.sidthimunki / Schachbrettschmerle |
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Diese kleinen Schmerlen stammen aus Thailand. Bekannt sind sie unter dem Namen Botia sidthimunki, doch nach der neuen Gattungsgliederung durch den Schmerlenforscher Theodor T. Nalbant ( Rumänien) und dem Ichtyologen Maurice Kottelat (Schweiz) heißen sie nun:
Die Geschlechter sind nicht zu unterscheiden, man spricht davon, das Weibchen größer und wenn Laich angesetzt ist, auch fülliger sind. Das Wasser sollte laut mehreren Literatur weich, sauer und warm sein, damit sie sich wohlfühlen. Ich pfleg(t)e sie gesund und agil in folgenden Werten: PH 6-7.0 Kh 0-6 Gh 0-12 Temp. 25-29 Grad (meist 27-29 Grad) Wie an ihrem unterständigem Maul schön zu sehen ist, sind sie bei der Nahrungssuche an den Boden orientiert. Emsig durchstöbern und wühlen sie im Untergrund, Laub oder Mulm, immer auf der Suche nach dem nächsten Appetithappen. Daher sollte Sand als einzige Wahl absolut selbstverständlich sein, ansonsten können diese lebhaften Schmerlen ihrem normalen Verhalten nicht nachkommen. Dennoch kann man Bereiche anbieten, wo gröberer Kies und Kiesel liegen, auch dort wird natürlich in den Ritzen nach Futter gesucht. Aber auch an der Wasseroberfläche wird geschlemmt. Da legt man jegliche Scheu ab und dreht sich auf den Rücken, um das Futter direkt von der Wasseroberfläche aufzunehmen... Denn scheu können sie sein. Schnelle Bewegungen vor dem AQ lassen sie in ihre sicheren Unterstände flitzen und erst einmal aus sicherer Entfernung beobachten, was denn nun so alles passiert. Man ist ja schließlich neugierig... Fühlen sie sich sicher, sind aber auch ständig in der mittleren Wasserschicht anzutreffen.
Dies sollte man bedenken, wenn man ein Aquarium besetzt, sie müßten also auch als freischwimmende Fische eingeplant werden. Es sieht sehr drollig aus, wie sie mit heftig " wedelnden" Flossen auf der Stelle stehen, und dabei neugierig beobachten, ob es etwas leckeres geben könnte. Auch durchstöbern sie mit Vorliebe Laubhaufen und dichte Javamoospolster, suchen aber auch auf dem Rücken gedreht die Wasseroberfläche nach Leckerbissen ab. Dabei konnte ich beobachten, daß es anscheinend einige Leittiere gibt, welche zuerst erkunden, ob die Luft rein ist und dann erst kommt der Rest der Gruppe nach. Sie sind nicht immer im ganzen Trupp unterwegs, sondern oft auch zu zweit, vergewissern sich aber immer wieder nach einiger Zeit am " Treffpunkt " das auch alle noch da sind. Ab und an kann ich unter den Schmerlen eine Art Jagd beobachten. Zwei Tiere hetzen dann durch das AQ , die schwarze Musterung ist verblasst und die Tiere scheinen eher Kupfern zu sein. Immer wieder umkreisen sie sich, schwimmen dicht eine Strecke zusammen, reiben die Körper aneinander und pressen sich, während sie auf einer Wurzel/ Blatt verharren, aneinander. Dies dauert höchstens 5 Minuten, dann ist es so abrupt vorbei wie es begann. Droht ihren Anschein nach Gefahr, so rasten sie im 528er blitzschnell (meist auf ein und demselben Weg) in ihr Versteck, eine untergrabene Wurzel im hinteren Bereich, dicht am Mattenfilter. Dies war merkwürdigerweise nicht die dunkelste Stelle des Beckens, aber wohl ein gut abzusichernder Platz. Im 400er ist es der große Steinhaufen, der sie dann "verschluckt".*ggg* Gefressen wird alles, was in ihr kleines Maul passt. Wie immer empfehle ich auch hier in erster Linie feines Lebendfutter, an zweiter Stelle Frostfutter und nur in Ausnahmesituationen Flockenfutter. Von so genannten Tabs halte ich nichts, dass meiste verschwindet als "Staub" im Wasser und belastet nur unnötig das AQ. Lediglich die Tetra Wafer zesetzen sich nur sehr langsam und beschäftigen die Schmerlen lange. Diese kleinen Futtertabletten jagen sie sich dann regelrecht untereinander ab, versuchen sie im Maul in eine sichere Ecke zu bringen, was als Beobachter sehr amüsant ist. Aber auch Gurke oder Tomate werden von manchen Tieren gern genommen. Meine Racker fressen, wie fast alle Fische, bis sie zum Pottwal mutieren. Daher sollte man bei der Futtergabe aufpassen und sie nicht mit Fischen vergesellschaften, die sehr langsam Nahrung aufnehmen. Sie würden zu kurz kommen und die kleinen Sidthimunkis würden gnadenlos verfetten. Auch Fadenfische/Skalare sollte man in kleineren Becken nicht zusetzen, sie leiden doch darunter, wenn die Schmerlen immer wieder ihre langen Tastfäden "probieren"... Wobei dies nicht alle Tiere machen, meine Gruppe ist dort sehr friedlich. Agile Salmler oder Barben passen jedoch wunderbar zu diesen kleinen Torpedos... Schnecken werden auch gerne verspeist, allerdings nicht so konsequent wie bei anderen Schmerlenarten. Bevor die B.geto vorübergehend einzogen, hatte ich immer einen Grundstamm. Nun muß ich jedoch in einem anderen Becken Schnecken nachziehen, damit die Schmerlen beschäftigt sind. *lach* In Bodennähe sehe ich kaum noch welche, nur in den dicken Schwimmpflanzenpolster sind ausreichend Schnecken zu finden. Langeweile/Fehlernährung kann durchaus schon dazu führen, das breitblättrige Pflanzen wie z.B. Echinodoren regelrecht gelocht werden. Vor allem junge Blätter haben dann sehr zu leiden und man sollte dem entgegenwirken durch abwechslungsreiche, auch pflanzliche Nahrung. Der Filter sollte einen kleinen Mattenwürfel über dem Ansaugrohr haben, damit die kleinen Schmerlen nicht darin verschwinden, ebenso sollte das AQ gut abgedeckt sein, bzw. einen Sprungschutz haben. Ich persönlich habe sie noch nie springen sehen, aber öfter darüber gelesen. Sicher ist sicher.
Und erschreckt nicht, wenn es plötzlich im Aquarium knackt... das ist nicht die Scheibe, sondern das sind die kleinen Schmerlen. Weitere Bilder findet ihr unter dem Punkt "alle Galerien".
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