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Eigentlich hat sie jeder oder er hatte sie zumindest eine Zeitlang....
Aquarien um oder unter 63 Liter.
Ich habe ja nun auch größere Aquarien, kann mich aber dem Reiz dieser Mini-Biotope nicht entziehen...
Diese sind jedoch umstritten und ich finde es schade, dass oft behauptet wird, sie eignen sich nicht zur Fischpflege. Ich habe schon erfolgreich Fische in 25 Liter Artenbecken gepflegt, behaupte sogar, sie fühlten sich dort wohler als in einem größeren Aquarium, welches als buntes Gesellschaftsbecken gepflegt wird.
Statt kleine Aquarien generell als ungeeignet abzuwerten, sollte man lieber darüber reden welche Bedingungen erfüllt werden müssen, damit sie auch erfolgreich betrieben werden können. Denn das sie etwas schwieriger zu händeln sind als 100 oder 200 Liter ist (fast) unumstritten.
Man benötigt Erfahrung und Fingerspitzengefühl, für einen Anfänger sind sie also absolut ungeeignet.
Wie jedes Aquarium müssen auch hier die biologischen Abläufe aufeinander eingependelt sein. Jedoch sind die Belastungen im Verhältnis zur Wassermenge viel höher und so kann dieses System wesentlich schneller kippen, was mitunter tödliche Folgen für die Insassen nach sich ziehen kann.
Die Menge einer Futtertablette auf 112 Liter ist eben wesetnlich geringer, als wenn man sie in 25 Liter wirft.
Wichtig halte ich vor allem eine sehr lange Einlaufzeit, 2 Monate sind da nicht zu wenig. Natürlich schafft man das auch früher Nitritfrei zu bleiben, doch es dreht sich ja nicht nur alleine um diesen Parameter.
Einen gut überlegten Besatz und vor allem eine sparsame Fütterung gehört ebenfalls dazu. Ich persönlich bevorzuge noch eine ausreichende Filterung, versuche wenig Platz im Becken damit zu verschwenden, jedoch viel Besiedlungsfläche zu bieten.
 Dies erreiche ich optimal durch einen "Rucksackfilter", welcher am Ansaugstutzen noch einen Mattenwürfel hat. Bei Becken ab 50 cm Kantenlänge bevorzuge ich einen Hamburger Mattenfilter. Jeder Eingriff in diese kleinen biologische System muss mit Bedacht erfolgen. Düngung, Fütterung, Wasserwechsel, dies Alles spielt sehr eng zusammen und wir müssen dafür sorgen, dass es nicht aus dem Ruder läuft.
Die Pflanzen müssen richtig anwachsen, das Zusammenspiel von Sauerstoff, CO2, Nitrifikation, Nitrat etc. muss sich erst in ein Gleichgewicht bringen. Für einen Anfänger sind Fehler in der Pflege oft sehr schwer zu finden, die Prozesse greifen ineinander über und das gesamte Aquarium wird instabil.
Fische oder Garnelen bedeuten eine höhere Belastung des Aquariums, es muss gefüttert werden und eventuelle Reste und die Ausscheidungen der Tiere verlangen einen stabilen Schadstoffabbau. Ist das AQ noch nicht in sich stabil, kann es sehr schnell "kippen". Daher sollte man, zu der schon vorhandenen Geduld, vorsichtig vorgehen. Hat man aber alles richtig gemacht, so kann ein 25 Literaquarium genauso stabil laufen, wie ein 100 Literbecken...
Es gibt durchaus Fische, die sich in solch kleinen Pfützen sehr wohl fühlen. Man sollte dann aber bevorzugt Artenbecken betreiben, eventuell lediglich einige Zwerggarnelen hinzu setzen. Diese eignen sich als alleiniger Besatz übrigens hervorragend!
Immer jedoch muss auf das Wohl der Fische geachtet werden, eine sorgfältige Beobachtung zeigt uns sehr schnell, ob der Besatz harmoniert, bzw. die Tiere sich wohl fühlen. Dabei spielen auch die Charaktere eine Rolle, ich habe Darios, die konnte ich als Trio in einem 25 Literbecken pflegen, ein andermal ging das absolut daneben, weil die Tiere untereinander sehr zickig waren. In solchen Fällen müssen die Tiere in größere Aquarien ausquartiert werden.
Aber auch die allseits so beliebten 54 Literbecken laufen für mich persönlich unter Kleinaquarien.
Leider habe ich festgestellt, dass viele sehr beleidigt reagieren, wenn ich 54 Literbecken als "Pfützen" bezeichne, dabei ist dies nicht abwertend gemeint. Ich betrachte solche Aquarien einfach als das, was sie sind... kleine Wasserbehälter, deren Menge man in freier Natur als schöne große Pfütze ansehen würde. Passt man die darin lebenden Fische an, so kann es ein tiergerechtes Zuhause sein und in Optik und Besatz manchmal weitaus schöner wirken, als so manches 500 Literbecken.
Meist sind diese Becken jedoch absolut überbesetzt, zu große und zu viele Fische schwimmen darin und müssen versuchen sich zu arrangieren.
Dabei gibt es so schöne Möglichkeiten ein 60er zu besetzen und auch den Tieren den nötigen Platz zukommen zu lassen.
10 rote Neon sind in meinen Augen eine traurige Gruppe, für mich geht vernünftige Pflege solcher (unechten) Schwarmfische erst ab 20 Tieren und aufwärts los. Dies ist in einem 54 Literbecken mit Tieren, die letztendlich 4-5 am werden und sehr agil sind, nicht Tiergerecht.
Ein Trupp von 20 (oder mehr) Rasbora urophthalmoides jedoch passen da wunderbar rein....

Ich persönlich rate nur zu höchstens 2-3 Arten in 54 Liter. Aquarianer, die "Trubel" brauchen, viele bunte Fische, die sollten sich ein größeres AQ zulegen, damit dort die Tiere auch mal die Möglichkeit haben sich zurückzuziehen. Vor allem Guppys, Platys, Schwertträger, Black Mollys etc. haben meiner Ansicht nach nix in einem Aquarium unter 112 Liter (manche Arten davon sogar 200 Liter) zu suchen. Sie benötigen viel Schwimmraum und alleine die hohe Vermehrungsrate überlastet ein kleines Becken sehr schnell.
Diese Seite bietet ausführliche Informationen über kleine Fische und ich kann sie nur empfehlen:
http://www.gantschnigg.net/minifische/minifische.html
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